Fühlte sich wohl im Kreise der Schüler: Christian Süß
Dortmund. "Wie oft trainieren Sie?", "Wie lange halten Ihre Tischtennisschuhe?" und "Gewinnen Sie immer gegen Ihre Freundin?". Sie wollten viel wissen, die Schüler der Hauptschule Dortmund-Wickede sowie die Nachwuchsspieler des TTC Dortmund-Wickede und des 1. TTV Asseln. Und Christian Süß beantwortete gut gelaunt alle Fragen der Schüler, aber auch der Journalisten.
Rund 50 Schülerinnen und Schüler, vier Zeitungen, mehrere Fotografen und der lokale Radiosender waren beim Werbetermin für die German Open in Dortmund am 24.1.2011 Mittag verteten. Sie alle konnten den amtierenden Deutschen Meister hautnah erleben, zunächst in der Pressekonferenz, im Anschluss am Tisch.
"Ein echt cooler Typ"
Das Siegerduo: Süß/Süß - das Vorbild und sein Fan im Düsseldorf-Trikot
"Die Schüler haben seit Tagen nur noch ein Thema", erzählte Schulleiterin Elke Heymann und richtete sich an den Stargast des Tages, Christian Süß. "Sie möchten gegen Sie antreten." Und das konnten sie für mehrere Stunden am Montag auch: im Einzel, im Doppel oder spätestens beim Riesenrundlauf. Gut vorbereitet auf den prominenten Gast waren mehrere Schüler. Christian-Süß-Fan Thorben Brock etwa hatte sogar standesgemäße Spielkleidung von Borussia Düsseldorf im Gepäck. Nach gewonnenem Kurzsatz-Doppel gegen das Duo Timo Mittermüller/Rolf Wustmann befand der Zwölfjährige: "Ein echt cooler Typ." Auch sein Werdegang imponiert ihm, unter anderem der Schulwechsel zum Internat nach Heidelberg im Alter von zwölf Jahren. Das könne sich Thorben für sich selbst überhaupt nicht vorstellen, sagte er.
Mit drei Jahren hatte der heute 25-jährige achtfache Europameister mit dem Tischtennisspielen angefangen. "Mein Opa hat mir ein Podest gebaut, damit ich über unseren Tisch im Keller gucken konnte", sagte Süß. Mit sechs Jahren trat er seinem ersten Verein bei, dem TTC GW Bad Hamm. Sein Aufstieg ist seither ungebremst.
Heimspiel für den gebürtigen Ahlener
Großer Andrang auch nach Spielende: Christian Süß unter Autogrammjägern
Süß’ Heimatstadt Ahlen, wo seine Eltern heute noch leben, liegt nur knapp 70 Kilometer von Dortmund entfernt. Die German Open vom 23. bis 27. Februar sind ein kleines Heimspiel für ihn. "Weil Ahlen quasi um die Ecke liegt, hoffe ich, dass viele aus meiner Familie und alte Bekannte kommen können, um mich anzufeuern", so Süß. Das sportliche Ziel des Weltranglisten-19.: "Ich möchte meine Setzung erfüllen, danach werden wir sehen: Ich habe bisher bei German Open immer gut gespielt." Sein bestes Ergebnis erzielte der Düsseldorfer Borusse 2009 in Bremen. Im Einzel gewann er Bronze, im Doppel sogar Gold an der Seite von Timo Boll.
Christian Süß auf dem Podium mit dem TTC-Vorsitzenden Michael Stiene und Schulleiterin Elke Heymann
Elke Heymann: Für unsere Schule sind solche Veranstaltungen wie diese heute wichtig, weil wir so eine größere Öffentlichkeit erreichen und Eltern und Schüler neugierig auf die Dinge machen, die neben dem Unterricht an unserer Schule laufen. Tischtennis ist zwar eine kleinere Sportart als Fußball, aber ich stelle fest, dass das Interesse am Tischtennissport steigt. Wir haben zwei Tischtennis-AGs an unserer Schule. Außerdem funktioniert unsere Zusammenarbeit mit dem TTC Dortmund-Wickede sehr gut, der dieselbe Halle nutzt wie wir. Wir profitieren vom Engagement des Vereins beim Aufbau unserer Ganztagsschule. Die Leistung der Vereine ist nicht zu unterschätzen: Sie leisten zum Beispiel wertvolle Arbeit in der Vermittlung von sozialer Kompetenz.
Gebannte Zuhörer: Journalisten und Schüler in der Hauptschule Wickede
Michael Stiene, TTC Dortmund-Wickede 1948: Eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen ist für die Vereine sehr wichtig. Gerade in einer Stadt wie Dortmund mit einem starken Fußball-Bundesligaklub haben es andere Sportarten schwer, Fuß zu fassen. Die Vereine haben die Ausrüstung, die Schulen haben die begeisterungsfähigen Schüler. Tischtennis kann jeder lernen, ob groß oder klein, alt oder jung, dick oder dünn, extrovertiert oder zurückhaltend. Die Vereine müssen den Sport aber immer mit Spaß vermitteln, damit man nach dem Lernen in der Schule nicht auch noch im Verein lernen muss.
|